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Monat: August 2021

54 1556

Eine Baureihe „Bayerische G 3/4 H“ dargestellt in ihrer Zeit bei der Deutschen Bundesbahn als BR 54 1556 ist heute zu Besuch am Bahnhof Wolfistadt.

Das Original wurde zwischen 1919 und 1923 mit 225 Exemplaren für die Bayrische Staatsbahn (Betriebsnummern 7001 – 7225) gebaut und dort als auch bei der Deutschen Reichsbahn (Betriebsnummern 54 1501 – 54 1725) im leichten Güterverkehr eingesetzt (siehe s/w Foto der 54 1556).

Die letzte Lokomotive dieser Baureihe wurde 1966 ausgemustert.
Es ist keine dieser Loks mehr komplett erhalten, aber bei Bauarbeiten am Bahnhof Treuchtlingen wurden Lokomotivteile gefunden, die sich als Überreste der 54 1695 herausstellten. Diese Lok war bei einem Luftangriff 1954 zerstört worden und die gefundenen Überreste wohl in einem Bombentrichter verschüttet.

Diese Überreste sind heute im Bayrischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen zu sehen.
Das Modell in Wolfistadt stammt von Trix (also mal wieder Gleichstrom) und stammt aus der Zeit zwischen 1973 und 1985 (Art.Nr. 52242500 oder 2425). Es ist für die damalige Zeit schon recht schön detailliert, sieht aber durch die Ausführung der roten Kunsstoffteile doch noch sehr nach „Spielzeug“ aus.

13 1189

Eine preußische S6 / Baureihe 13 10-12 aus ihrer Zeit bei der Deutschen Reichsbahn war heute in Wolfistadt zu sehen.

Zu ihrer Zeit (vor dem ersten Weltkrieg) war sie die leistungsfähigste und effizienteste Schnellzuglok im Personenverkehr und sie war die letzte deutsche Baureihe mit „nur“ zwei Antriebsachsen („zweifach gekuppelt“).

Zwischen 1906 und 1913 wurden 584 Exemplare gebaut und in Betrieb genommen (sh. Postkarte von 1909). Nach dem ersten Weltkrieg wurden einige Maschinen als Kriegsreparationsleistung unter anderem an Polen gegeben, die polnischen Loks kamen 1939 wieder zurück zur Reichsbahn unter dem Nummernkreis 13 501 bis 13 556 (siehe 2. s/w Bild).

1923 wurden 286 Exemplare von den Länderbahnen in die Reichsbahn übernommen mit dem Betriebsnummerkreis 13 1001 bis 13 1286.
Bis 1931 wurden alle S6 der DR ausgemustert und verschrottet.

Eine S 6 (13 1247) wurde vom Technikum Kolejowe in Warschau „gerettet“ und ist heute in Skierniewice zu besichtigen (sh. letzte beiden Bilder in Farbe)
Das sehr schön detaillierte Modell in Wolfistadt ist von Fleischmann (Art.Nr. 4113) und stammt aus dem Jahr 2000.

319 Murnau

Eine sehr schöne und sehr alte Lok ist heute als Modell am Bahnhof Wolfistadt: Die „319 Murnau“ der Königlich Bayrischen Staatsbahnen, eine Lokomotive der Baureihe „Bayrische B VI“, später als BR 34.74 eingeordnet.

Diese Baureihe wurde zwischen 1863–1871 mit 107 Exemplaren von der Firma Maffei gebaut. Die letzten beiden gingen 1923 von der K.Bay.Sts.B. an die Reichsbahn und erhielten dort die Betriebsnummern 34 7461 und 7462. Sie wurden jedoch noch im gleichen Jahr ausgemustert und verschrottet. Es gibt keine erhaltenen Exemplare dieser Baureihe.

Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München steht ein größeres Modell der „418 HANS SACHS“.
Das Modell von Märklin (Art.Nr. 3797 von 1994) zeigt die Lokomotive „319 Murnau“ in einem schmucken „Museumslokomotive“-Zustand, den sie wahrscheinlich nie hatte. Das s/w Bild von ca. 1900 legt nahe, daß die Lokomotive eher in schlichtem Kleid im Einsatz war.

Eine Maschine dieser Baureihe, die „316 Tristan“ getaufte Lokomotive, führte den Hofzug Ludwigs II., wenn seine Majestät auf Reisen ging.
Die Nr. 348, ebenfalls aus dieser Baureihe, hies wohl „Mannheim“, das konnte ich aber bislang nicht über zweite Quelle verifizieren.

99 5902

Schmalspurbahnen kann ich am Bahnhof Wolfistadt eigentlich nicht bieten, aber hier hätte ich doch etwas Ausgefallenes zu zeigen: die 99 5902 der HSB (Harzer Schmalspurbahnen GmbH) als Faltkartenmodell der vietnamesischen KünstlerInnen von Design3Dkarten ( www.design3dkarten.de ) über die ich auf der Lebensart Ausstellung in Mannheim-Friedrichsfeld gestoplert bin.

Die Vorlage ist eine Lok der Bauart Mallet, die auf den Harzer Schmalspurenstrecken eingesetzt wurde (siehe 4. Bild), aktuell aber auf Reparatur wartet.

Gebaut 1898 durch die Fa. Arnold Jung für die NWE (Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft), 1949 an die Deutsche Reichsbahn gegangen, 1972 umnummeriert auf 99 5902-4 (siehe s/w Foto) und seit 1993 im Besitz der HSB wieder mit der ursprünglichen Betriebsnummer.

71

Mal wieder Besuch aus Österreich am Bahnhof Wolfistadt: Der Dampftriebwagen DT1.05 der BBÖ.

Hier dargestellt mit einem Modell von Roco (Art. 63306 von 1990) in der Zeit unter der Deutschen Reichsbahn mit deren Betriebsnummer 71 505 (sh. s/w Foto).

„DT“ für Dampftriebwagen. Waren aber eigentlich eine Tenderlokomotiven. Nur wegen des hinter dem Lokführerstand integrierten Gepäckabteils wurden sie als Dampftriebwagen geführt.
Zwischen 1935 und 1938 wurden 20 Exemplare für den Einsatz im Schnellzugverkehr gebaut. Sie fuhren aber hauptsächlich im Vorortverkehr der großen Städte und auf Nebenbahnen in Österreich, was ihnen den Spitznamen „Dorftrottel“ einbrachte (auch DT).

52 1911

Passend zur 52 3321 von gestern habe ich heute noch ein Schätzchen in Wolfistadt: die 52 1911, eine Variante der Baureihe 52 mit Kondenstender.

Das eindrucksvoll detailierte Modell stammt von Märklin aus dem Jahr 1997 (Art.Nr. 34171; in Delta Digital).

Die Lokomotiven der Baureihe 52 mit den Nummern 52 1850 bis 52 2027 wurden mit Kondenstendern geliefert (sh. BR 52 2026 auf den ersten beiden s/w Bildern; modellbahn-seyfried.de), von denen aber heute in Deutschland keine mehr vorhanden ist.

Die letzten Exemplare waren wohl – wie so viele ausgemusterte Dampfloks – im Heizdienst eingesetzt, wie auf den letzten beiden s/w Bildern auf dem Bahnhof in Rosenheim (BR 52 1895 und 52 1893 ?; bundesbahnzeit.de).
Der Kondenstender war dafür gedacht, den Dampf aus den Kolben wieder abzukühlen, dabei das Kesselspeisewasser vorzuwärmen und schliesslich das zurückgewonnene Wasser erneut dem Kessel zuzuführen. Bei den späten Implementierungen dieser Technik, wie bei der Baureihe 52, konnte so der Wasserverbrauch um 90-95 % reduziert werden, was eine erheblichen Zuwachs an Reichweite bedeutete.

Im Dampflokmuseum in Neuenmarkt kann man noch einen Kondenstender (von der 52 1972) in der Ausstellung sehen (sh. letztes Bild). Dieser wurde aber bereits 1961 umgebaut zum Messwagen für die Prüfung stationärer Dampferzeuger.

52 3321

Eine sogenannte „Kriegslokomotive“ war heute im Bahnhof von Wolfistadt, die Baureihe 52 3321 mit dem typischen Wannentender.

Kriegslokomotive, weil sie speziell in den letzten Kriegsjahren 1940 bis 1945 designed und gebaut wurde mit der Vorgabe, Kosten und Material zu sparen gegenüber den bis dahin gängigen Einheitslokomotiven.
Ab 1942 bis Kriegsende wurden über 7000 Exemplare gebaut und selbst nach dem Krieg wurden aus schon vorgefertigten Teilen weitere 300 gebaut und in Betrieb genommen.
In vielen Teilen Europas, vor allem auch den vor Kriegsende von den Deutschen besetzten Staaten, haben diese Loks stark zum Wiederaufbau beitragen können.
Die 52 3321 wurde erst nach Kriegsende in der französisch besetzten Zone fertiggestellt und an die D.O.C.F (Détachement d’Occupation des Chemins de Fer Français) in Speyer überstellt.
1947 ging sie an die SEB (Saarländischen Eisenbahnen) und erst 1957, nach dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik Deutschland, ging sie an die Deutsche Bahn.
Bereits 1958 wurde sie von der DB abgestellt, 1959 ausgemustert und 1960 an Unbekannt verkauft.
Eine ihrer Schwestern – die 52 2751 – hat ein rühmlicheres Ende erfahren. Sie wurde von dem Künstler Wolf Vostell unter dem Titel „La Tortuga“ 1987 im Rahmen der Ausstellung „Mythos Berlin“ in Berlin ausgestellt und im Verlauf der Ausstellung auf den Kopf gestellt. Seit 1991 befindet sich die Lok in dieser Stellung vor dem Theater Marl (sh. 3. Bild).

Das Modell von Märklin stammt aus der Zugpackung „Dampfschneeschleuder“ (Art.Nr. 28830) von 1999 und hat einen Delta Digitaldecoder. Die dazu gehörige Henschel Dampfschneeschleuder stelle ich Euch in einem anderen Post noch vor.