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Monat: Juni 2021

17 1137

Ein seltenes Stück heute am Bahnhof von Wolfistadt, eine Preußische S10.1 Bauart 1914, als Modell von Roco (43213) aus den Jahren 1986-1987 mit der Betriebsnummer 17 1137.

Von dieser konkreten Bauart wurden ab 1914 genau 77 Exemplare gebaut und bei der Deutschen Reichsbahn als Baureihe 17.11–12 eingeordnet. Die Loks waren – wie ihre Vorgänger „Bauart 1911“ – für den Einsatz als Schnellzugloks für die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung (K.P.E.V) gebaut worden.
Eine Lokomotive erreichte 1914 bei einer Versuchsfahrt mit drei Wagen 152 km/h, 120 km/h war das definierte Ziel für einen Zug von 450 t in der Ebene.
Die letzte der Loks wurde 1964 ausgemustert und leider ist heute keine dieser Bauart mehr erhalten.

Das s/w Foto zeigt die „Schwesterlok 17 1133 in eine Aufnahme von 1933. Dafür konnte ich zwei Zeichnungen von 1917 finden, die wohl aus dem Prospekt zur Lok stammen. Sie zeigen einmal eine Außenansicht und mehrere Schnitte durch die Lok.
Märklin hat zwar auch BR 17 im Programm (bzw. gehabt, zuletzt 2009 ArtikelNr. 37193), aber nicht aus der Bauart 1914, die gibt/gab es nur (in mehreren Varianten) von Roco und Fleischmann.

191 099-1

Die 191 099-1 macht Station in Wolfistadt.

Das analog Modell wurde von Märklin unter der ArtikelNr. 3329 zwischen 1986 und 1989 gebaut.

Seine Vorlage wurde als „bayrische E 91“ im Jahr 1929 gebaut und mit der Nummer E 91 99 in Betrieb genommen (sh. E 91 96 auf s/w Foto von 1932). 1968-1975 trug sie die Nummer 191 099-1, die auch das Modell zeigt (siehe 3. Foto von 1977).

1975 wurde sie als letzte der 34 Baureihenschwestern ausgemustert
und ging an das DB Museum Nürnberg. Nach Reparatur mit Ersatzteilen der 191 100 fuhr sie einige Museumsfahrten, musste aber bald wegen Lagerschaden wieder abgestellt werden. Aktuell steht sie im Aussenbereich des DB Museums in Nürnberg (sh. 4. und 5. Foto).

Das Modell kostete damals schon 378 DM (1986 !). Das jüngste Märklin Modell der Baureihe E 91 (37294) liegt bei ca. 400 € (MHI Modell von 2015; Digital mit Sound).

77 114

Eine Vorderpfälzerin ist heute in Wolfistadt zu sehen, die BR 77 114 von Rivarossi (Best.Nr. 1359 aus dem Jahr 1985).

Ihr Vorbild war eine von 29 Loks, die zwischen 1911 und 1923 für die Pfälzischen Eisenbahnen und die Königlich Bayerische Staatsbahn beschafft wurden. Der Typ war als Pt 3/6 bezeichnet und später als Baureihe 77.1 geführt.
Ab 1933 war diese Lok mit 8 weiteren Exemplaren im BW Neustadt a.d.Haardt stationiert und befuhr die Strecken nach Germersheim, Mannheim, Speyer und Wörth.

Von der 77 114 bzw. 77 124 konnte ich keine Bilder finden, aber von der Schwesterlok 77 113 gibt es ein paar wenige Aufnahmen (sh. s/w Fotos).

Das Modell war ein Gleichstrommodell. Ich habe also wieder einen Schleifer und einen ESU Lokpilot 5 Decoder eingebaut, was bei dieser Lok das sehr gut machbar ist, da es eine schön große Aussparung in einem Balaststück gibt (5. und 6.Bild), in der der nun nicht mehr benötigte Fahrtrichtungsumschalter saß.

Ein schön detailiertes Modell, wie man an den letzten Bildern gut sehen kann.
(video)

DÜWAG GT8 3127

Wolfistadt bekommt Straßenbahn.

Die alten Kölner Straßenbahnen vom Typ DÜWAG GT8 (8-Achser mit zwei Gelenken) wurden 1968-1971 gebaut und in Betrieb genommen.

Sie prägten mit Ihrer Farbgebung (ursprünglich in beige

und ab den 80er Jahren in rot-weiß; 3. und 4. Bild) und den Werbeflächen das Stadtbild über das Jahr 2000 hinaus. Die letzte wurde 2006 von der KVB ausgemustert. Ein Exemplar (Nr 3764) steht im Museum der Kölner Verkehrsbetriebe.

60 Exemplare wurden nach Ihrer Außerdienststellung in Köln an die türkische Stadt Konya verkauft und verrichteten dort bis 2014 ihren Dienst (5. Bild; dann wurden sie von modernen Nierderflurwagen von Skoda abgelöst).

Für 20 dieser Maschinen war dann aber immernoch nicht Schluss, sie wurden nach Sarajewo verkauft (6. Bild).
Das Modell 8504A von Roco ist für Gleichstrom und analoge Steuerung gebaut und stammt aus dem Jahr 1981. Ich habe also einen Schleifer angebracht und einen ESU Decoder eingebaut (Bilder 7 bis 9), damit die Maschine auf meiner analogen Wechselstrombahn laufen kann und später auch mal digital angesteuert werden kann.

Außerdem habe ich ein paar Fahrgäste an Bord gebracht.

S 3/6 3673

Vor einigen Wochen hatte ich von der BR 18 478 berichtet.

Heute habe ich sie in der ursprünglich 1918 ausgelieferten Ausführung als bayrische S 3/6 mit der Nummer 3673 in grün am Bahnhof in Wolfistadt abgelichtet (oder zumindest so, wie Märklin sich das vorgestellt hat). Und sie ist herrlich verölt, „wie im echten Leben“.

Dieses Modell von Märklin wurde unter der Nummer 3092 zwischen 1974 und 1976 gebaut.
Und ich hab noch ein paar recht aktuelle Bilder der Lok aus dem Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen gefunden, die ich euch nicht vorenthalten will.

V 60 1009

Heute wieder eine V 60 Diesellok auf dem Rangierfeld von Wolfistadt, die V60 1009, quasi die Schwester zu der Lok vom Freitag.

Auch sie ein Model von Märklin, aber aus dem Jahr 1965, das in verschiedenen Varianten zwischen 1963 und 1992 gebaut wurde.
Das Model zeigt wie das Original vor 1968 aussah, da wurde es nämlich umnummeriert auf 260 009-6, 1987 dann nochmal auf 360 009-5.

Im Laufe ihrer Dienstzeit wurde sie auch mal auf das typische blau – beige und wieder auf rot umlackiert (siehe die beiden Bilder vom Original aus den Jahren 1990 und 2000).

2001 wurde die Lok ausgemustert und in Köln durch die Firma Theo Steil GmbH „verwertet“ (der Name ist mir jetzt schon öfters begegnet, wenn es um die Verschrottung von Bahnmaterial ging; haben weiterere Standorte, unter anderem in Ludwigshafen)

152 034-5

Eine E-Lok der Bauart bayrische EP 5 später Baureihe 52 bzw 152 steht heute am Bahnhof Wolfistadt.

Dargestellt in ihrer DB-Zeit in grün mit der Nummer 152 034-5. Das Modell wurde von Märklin zwischen 1983 und 1994 hergestellt (Art.Nr. 3366).
Das Original wurde 1925 bei J.A.Maffei in München gebaut und in Betrieb genommen als Lok Nr. (EP 5) 21 534. Schon 2 Jahre später ging sie an die Deutsche Reichsbahn und erhielt die Nummer (E) 52 34. 1968-1978 fuhr sie für die DB unter der Nummer E 152 034-5.

Seit 1978 ist sie – wieder mit der Nummer EP 5 21 534 – als Museumslok an verschiedenen DB Museumsstandorten zu sehen, aktuell in Nürnberg.
1970-1978, die letzten 8 Jahre vor der Ausmusterung, wurde die Lok schon nicht mehr im Verkehr eingesetzt, sondern als stationäre Heizlok. So war sie – kleines lokales Highlight – von Nov. 1970 bis Aug.1971 am Bahnhof Worms eingesetzt um abgestellte Reisewaggons für den Einsatz vorzuheizen.

Da alle Exemplare dieser Baureihe aus dem Verkehr waren, wurde die Baureihenbezeichnung 152 im Jahr 1996 von der Deutschen Bahn AG wieder für einen neuen Lokomotivtypen verwendet (siehe letztes Bild mit einer aktuellen E-Lokomotive mit der gleichen Nummer)

Mir gefällt an der EP 5 Baureihe (wie an den meisten alten E-Lok-Baureihen) der Antrieb über eine Blindwelle auf Kuppelstangen. Da ist dann wenigsten etwas sichtbar in Bewegung 😉 , im Gegensatz zu den modernen E- und Diesel-Loks.

260 789-3

Heute mal eine kleine V 60 Diesellok auf dem Rangierfeld von Wolfistadt,
die 260 789-3.

Ein Model von Märklin aus dem Jahr 1983, das in Varianten noch bis 1993 gebaut wurde. Wie ihr Vorbild auf dem Foto von 1998 hat die Gute schon ein paar Gebrauchsspuren.

Das Original wurde 1960 von Henschel mit der Loknummer 30078 gebaut und als V 60 789 an die DB übergeben. 1968 wurde Sie umnummeriert auf 260 789-3. Diese Zeit stellt das Modell dar. 1987 erhielt sie Nummer 360 789-2 unter der sie dann bis zu ihrer Ausmusterung 1998 ihren Dienst versah. 2002 wurde sie dann nach Trier zur Zerlegung überführt.
Insgesamt wurden von dieser Baureihe fast 950 Exemplare zwischen 1955 und 1963 gebaut.

Kleines regionales Highlight:
1962 wurden (bundesweites Novum !) die Lokomotiven V 60 042 und V 60 043 für einen Versuchsbetrieb im Mannheimer Rangierbahnhof mit einer Funkfernsteuerung versehen, allerdings war diese nur für die Geschwindigkeitssteuerung am Ablaufberg gedacht – ein Lokführer auf dem Führerstand war nach wie vor erforderlich.

85 007

Für die Höllentalbahn im Schwarzwald mit ihren Steigungen bis 57 ‰ wurden 1931 bei Henschel in Kassel zehn schwere Tenderlokomotiven in Auftrag gegeben, die dort ab 1932 bis 1961 ihren Dienst versahen.

Die letzte, die 85 007, wurde 1966 vor der Ingenieurschule Konstanz aufgestellt, 1979 wurde sie vom Kameradschaftswerk der Eisenbahner Freiburg (KWE) als rollfähiges Ausstellungsstück wiederhergerichte.

Seit 1992 steht sie in einem Unterstand auf dem Gelände des Bahnbetriebswerk Freiburg und wird dort als technisches Industriedenkmal erhalten.

Der Betreiberverein der 3Seenbahn im Schwarzwald (https://www.3seenbahn.de/) versucht wohl seit einigen Jahren die Lok in seinen Bestand zu bekommen für den Einsatz vor Museumszügen für Touristen.
In Wolfistadt war sie heute schon mal zu Besuch.

93 374

Eine Baureihe 93 von Roco (4122A aus den Jahren 1981 bis 1984) hat nach Umbau im BAW Wolfistadt ihre Testfahrt erfolgreich bestanden und am Bahnhof kurz Halt gemacht.

Sie wurde in nicht betriebsfähigem Zustand angeliefert (analog Gleichstrom 2-Leiter; unbekannter, defekter Decoder).

Im BAW wurde sie nahezu komplett zelegt, der Decoder ausgetauscht (wie immer gegen ESU Lokpilot 5) und ein Schleifer für den Mittelleiter angebracht. Nach Neuverkabelung und Montage dann ein Test auf dem Rollenstand (Video folgt) und schliesslich der Fototermin am Bahnhof.

Unschwer zu erkennen: es war wieder viel zu eng im Gehäuse, der Decoder und die Kabelage ist im Führerhaus zu deutlich zu sehen. Da darf ich nochmal ran zum Tarnen.

Das Vorbild der Lok wurde als preußische T14 zwischen 1914 und 1918 mit fast 500 Exemplaren für den Reisezugdienst und den Nahgüterzugdienst gebaut. Später bei der Reichsbahn in die Baureihe 93 mit den Betriebsnummern 93 001 – 93 459 gefasst.

Nach dem zweiten Weltkrieg verblieben einige Loks in Österreich und in Polen (dort als Baureihe Tktl-63).
Erhalten geblieben bis heute sind zwei Maschinen, die 93 108 als Tkt1-63 im Museum für Fahrzeuge und Bahntechnik in Chabówka (Polen) und die 93 230 im Eisenbahnmuseum Dieringhausen (Dauerleihgabe des Verkehrsmuseums Dresden, ex DR-Traditionslok) von der auch die meisten älteren und aktuellen Bilder zu finden sind.

Ein Exemplar des Nachfolgemodells T 14.1 (1918-1924, fast 800 Exemplare), die 93 526, befindet sich im Deutschen Dampflokomotiv-Museum in Neuenmarkt-Wirsberg.