Links und Infos rund um das Hobby

Kategorie: Lokomotiv Vorstellung (Seite 3 von 9)

52 3321

Eine sogenannte „Kriegslokomotive“ war heute im Bahnhof von Wolfistadt, die Baureihe 52 3321 mit dem typischen Wannentender.

Kriegslokomotive, weil sie speziell in den letzten Kriegsjahren 1940 bis 1945 designed und gebaut wurde mit der Vorgabe, Kosten und Material zu sparen gegenüber den bis dahin gängigen Einheitslokomotiven.
Ab 1942 bis Kriegsende wurden über 7000 Exemplare gebaut und selbst nach dem Krieg wurden aus schon vorgefertigten Teilen weitere 300 gebaut und in Betrieb genommen.
In vielen Teilen Europas, vor allem auch den vor Kriegsende von den Deutschen besetzten Staaten, haben diese Loks stark zum Wiederaufbau beitragen können.
Die 52 3321 wurde erst nach Kriegsende in der französisch besetzten Zone fertiggestellt und an die D.O.C.F (Détachement d’Occupation des Chemins de Fer Français) in Speyer überstellt.
1947 ging sie an die SEB (Saarländischen Eisenbahnen) und erst 1957, nach dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik Deutschland, ging sie an die Deutsche Bahn.
Bereits 1958 wurde sie von der DB abgestellt, 1959 ausgemustert und 1960 an Unbekannt verkauft.
Eine ihrer Schwestern – die 52 2751 – hat ein rühmlicheres Ende erfahren. Sie wurde von dem Künstler Wolf Vostell unter dem Titel „La Tortuga“ 1987 im Rahmen der Ausstellung „Mythos Berlin“ in Berlin ausgestellt und im Verlauf der Ausstellung auf den Kopf gestellt. Seit 1991 befindet sich die Lok in dieser Stellung vor dem Theater Marl (sh. 3. Bild).

Das Modell von Märklin stammt aus der Zugpackung „Dampfschneeschleuder“ (Art.Nr. 28830) von 1999 und hat einen Delta Digitaldecoder. Die dazu gehörige Henschel Dampfschneeschleuder stelle ich Euch in einem anderen Post noch vor.

50.1805

Da hat sich doch tatsächlich eine Lokomotive der ÖBB nach Wolfistadt verirrt, die BR 50.1805 von Märklin (ArtikelNr. 3319 in der Fassung von 1992).

Das Vorbild des Models wurde 1942 gebaut und ging nach dem Krieg an die Österreichischen Staatseisenbahnen die 1947 zu den Österreichische Bundesbahnen wurden (sh. s/w Fotos aus 1971/1972).

1972 wurde sie in Linz „kassiert“, was wohl heißen soll, daß mit ihr Kasse gemacht wurde. Sie wurde verkauft an die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft mbH (GKB), die die Lok als Ersatzteilspender für zwei andere dort im Einsatz befindliche Loks ausschlachtete.

Die Baureihe 50 schaffte es 1975 auf eine Jugendmarke der Deutschen Bundespost – sinnigerweise auf die 50 Pfennig Briefmarke 😉

57 3088

Heute mal ein Bild „aus längst vergangenen Zeiten“ von der 57 3088 am Bahnhof von Wolfistadt.

Von dieser Baureihe wurden zwischen 1910–1925 alleine in Deutschland 2677 Exemplare für den schweren Güterverkehr in Betrieb genommen. Weitere 350 gingen in die Türkei, nach Rumänien, Polen und Litauen.
Die 57 3088 ging 1922 als „6011 Halle“ in Betrieb und erhielt 1925 ihre 57er Nummer von der Reichsbahn. 1945 fiel sie an die Oberbetriebsleitung der US Zone und wurde 1949 an die Deutsche Bahn übergeben (das zweite Foto ist aus dieser Zeit).

1970 wurde sie ausgemustert und 1974 als Denkmallokomotive in Haltingen aufgestellt (siehe drittes Foto), 1983 auf der Landesgartenschau Lörrach ausgestellt und da hatte dann wohl jemand die Idee, daß die Lok wieder fahren solle. So wurde sie 1985 wieder aufgearbeitet und „rollfähig“ gemacht.
Nach ein paar weiteren Stationen kam sie 2001 in den Ringlokschuppen des SEM (Südwestfälisches Eisenbahnmuseum; IG Historischer Lokschuppen Siegen e.V.), wo sie bis 2019 noch zu sehen war und immer wieder mal angefeuert wurde (siehe letztes Foto).

Da die Bahn dem Verein den Mietvertrag 2020 endgültig gekündigt hat, sind heute dort keine Besuche mehr möglich. Über den Verbleib der Lok 57 3088 gibt es gerade keine aktuellen Infos, da sie aber dem DB Museum selbst gehört, kann es sein, daß sie da noch still und alleine steht, oder aber an einen anderen Standort des DB Museums überführt wurde.

Das schlichte, aber schön detaillierte Modell in Wolfistadt stammt von der Firma Roco (ArtikelNr. 43220 aus dem Jahr 1984).

23 105

Die letzte bei der DB in Betrieb genommene Dampflok, die BR 23 105, heute in Wolfistadt in Form eines Modells von 1980 von der Firma Roco (Art.Nr. 4120 A).

Die Baureihe 23 wurde erst nach dem 2.Weltkrieg entwickelt um den Bedarf an leistungsfähigen Personenzugloks zu decken. Erst ab 1950 wurden die 105 Exemplare (23 100 – 23 105) in Betrieb genommen, die 23 105
erhielt ihre Abnahme als letzte am 04.12.1959.

Bereits 1972 – nach einem Unfall am Bahnhof Kaiserslautern – wurde sie zunächst abgestellt und dann ausgemustert.
Nach verschiedenen Stationen als Museumslokomotive, unter anderem im Eisenbahnmuseum Neustadt Weinstr und im DB Museum Nürnberg, wurde die Lok 2006 an das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn übergeben, wo sie bis heute zu sehen ist.

Sie wurde auf vielen Museumsfahrten in Deutschland eingesetzt (sh. s/w Fotos) und hatte einen Fernsehauftritt bei Rudi Carell .
Ihren letzten großen Auftritt hatte sie auf der BUGA 2019 in Heilbronn im Eingangsbereich des BUGA Geländes (siehe letztes Bild).

Das Modell ist für sein Alter sehr schön detaillliert, hat aber ein paar Abbrüche (Kleinteile, die ersetzt werden können) und läuft mit Gleichstrom, werde also basteln müssen, bevor ich bewegte Bilder liefern kann 🔧🔨🪓🚂

25 016

Eine belgische Lokomotive, die 25 016 ist heute zu Besuch in Wolfistadt.

Sie hat eine bewegte Vergangenheit.
1941 wurde sie bei der Firma Berliner Maschinenbau AG (BMAG) gebaut und bei der Reichsbahn mit der Betriebsnummer 50 1314 in Betrieb genommen. Schon 1944 fiel sie den Amerikanern in Belgien in die Hände und wurde mit der Betriebsnummer 1003 dort betrieben. Bei Kriegsende 1945 wurde sie der Societe Nationale des Chemins de fer Belge (SNCB) überlassen und lief dort zuerst unter der Nummer B 2515, später unter der Nummer 25.016 (die auch von dem obigen Modell dargestellt wird).
Schon 1950 ging sie wieder an die Deutsche Bahn und erhielt wieder ihre ursprünglische Betriebsnummer 50 1314.
1958 benötigte sie einen Ersatzkessel und der Rahmen wurde umgebaut, danach wurde sie unter der Betriebsnummer 50 2755 geführt.
Bei der „großen Neunummerierung der DB“ Anfang 1968 erhielt sie die Nummer 052 755-6, aber Ende desselben Jahres war dann auch Ende der Laufbahn, sie wurde stillgelegt und 1969 zerlegt.

Das einzige Bild, das ich aus der belgischen Zeit dieser Lokreihe finden konnte stammt von der Schwesterlok 25.011 (sh. s/w Foto)

Das Modell von Märklin mit der Artikelnummer 3314 stammt aus dem Jahr 1992 und ist noch „voll analog“.
(video)

50 3658-7

Vor einigen Wochen habe ich hier die BR 50 082-7 vorgestellt, den Märklin Klassiker mit dem markanten Kabinentender (Art.Nr. 3084).

Bei einer Radtour in unserer näheren Umgebung bin ich nun auf eine Ihrer Schwestern gestossen: Die BR 50 3658-7, die seit einigen Jahren (2007 ?) als Denkmal auf der Anlage des Biblis-Wattenheimer Golfplatzes steht.

Diese Lok wurde 1940 von Krupp gebaut und lief unter der Betriebsnummer 50 901 für die Reichsbahn. 1961 erhielt sie einen neuen Kessel und lief bis 1970 unter der Betriebsnummer 50 3658, danach unter 50 3658-7 bis 1988 (sh. Foto auf Drehscheibe). Nach der z-Stellung ab 1990 wurde sie als nicht fahrfähige Heizlokokotive im Betriebswerk Chemnitz eingesetzt (sh. s/w Foto).
1992 wurde sie ausgemustert und an die Klingenthaler Eisenbahnfreunde e. V. (Sachsen) verkauft.

Deren Plan, die Lok wieder betriebsfähig aufarbeiten zu lassen, musste 1998 aus finanziellen Gründen wieder aufgegeben werden.
Im März 2007 wurde die Lok per Straßentransport nach Wattenheim überführt, wo sie als Blickfang und Denkmal aufgestellt ist. Der Mitropa Wagen dahinter dient als Bistro.
Der Fahrradweg führt mitten durch das Golfplatzareal und man hat eine gute Ausicht auf die auf einem Damm erhöht präsentierte Lok.

05 003

Die „Krönung der deutschen Dampflokomotiventechnik“, die BR 05 003, steht am Bahnhof von Wolfistadt.

Dargestellt in der Fassung, in der sie im Fernschnellzugdienst zwischen Hamburg und Köln fast 800000 km zurücklegte, nämlich ohne Stromlinienverkleidung und mit dem Führerhaus hinten. Aber „first things first“.
Um gegen die aufkeimende Konkurrenz des Flugverkehrs im den 1930ern zu bestehen setzte die deutsche Reichsbahn mit der Eisenbahnindustrie nochmal alles daran, schnellere Dampflokomotiven zum Einsatz zu bringen. Die Firma Borsig lieferte 2 Lokomotiven der Baureihe 05, die mit einem Dreizylindertriebwerk, 2,30 Meter hohen Treibrädern und Stromlinienverkleidung auf den Fernstrecken 175 km/h als Reisegeschwindigkeit erreichen sollten.

Bei Testfahrten mit Passagieren wurden sogar knapp über 200 km/h erreicht.
Die beiden Lokomotiven nahmen 1937 erfolgreich ihren Dienst bei der Reichsbahn auf.
Mit einer dritten Maschine wollte man weitere Neuerungen austesten. Zum Beispiel sollte das Führerhaus nach vorne zeigen, um den Lokführeren bei den hohen Geschwindigkeiten bessere Voraussicht zu gewähren, so fuhr die 05 003 quasi rückwärts (sh. 1. s/w Foto). Der Tender mit dem Brennstoff (Steinkohlestaub) war aber weiterhin zwischen Lok und Reisewagen positioniert. Der Steinkohlestaub sollte per Luftdruck automatisch zum nun mehr als 14m entfernten Brenner transportiert und dosiert eingeblasen werden. Die Dosierung machte aber massive Probleme, die Lok legte in fast 6 Jahren Testbetrieb nur knapp 500 km zurück.

1944 wurde sie umgebaut, die Stromlinienverkleidung kam weg. Der Brenner wurde auf Steinkohle umgestellt. Und sie fuhr wieder „richtigrum“ (sh. 2. s/w Foto).
Erhalten ist heute die Schwesterlok 05 001, die ihre Stromlinienverkleidung nach der Ausmusterung 1958 durch die DB wieder erhalten hat und im Museum der DB in Nürnberg zu sehen ist (siehe letztes Bild).
Auf YouTube gibt es einen schönen Kurzfilm über die Baureihe 05

Das Modell von Märklin stammt aus dem Jahr 2007 (Art.Nr. 39050) und ist bereits mit einem mfx digital Decoder mit SoundFunktionen ausgestattet. Läuft aber auch ganz problemlos auf meiner analogen Umgebung 🙂

59 002

Eine sehr schöne Lokomotive aus dem Jahr 1918 steht am Bahnhof von Wolfistadt: die Württembergische K Klasse 1802 hier dargestellt als Baureihe 59 002 der Deutschen Reichsbahn.

Die einzige deutsche Baureihe mit sechs gekuppelten Achsen, gebaut für den Einsatz im Güterverkehr an der Geislinger Steige (sh. erstes s/w Foto) und im Schwarzwald.

Gefertigt wurden die Lokomotiven in Esslingen. Das zweite s/w Foto zeigt die Teilnehmer einer Ausbildung an der Lok 1923 in Esslingen.

Damit die Lok mit ihren sechs gekuppelten Achsen die Kurven auf den Einsatzstrecken fahren konnte wurden die erste und letzte der sechs Achsen mit 20mm bzw 45mm seitlichem Spiel montiert.
Von dieser Baureihe wurden nur 44 Exemplare zwischen 1917 und 1919 gebaut und es ist leider keine mehr erhalten. Die letzte wurde 1957 ausgemustert.
Das Modell stammt von Rivarossi (Art.Nr. 1301 aus dem Jahr 1993).

17 1137

Ein seltenes Stück heute am Bahnhof von Wolfistadt, eine Preußische S10.1 Bauart 1914, als Modell von Roco (43213) aus den Jahren 1986-1987 mit der Betriebsnummer 17 1137.

Von dieser konkreten Bauart wurden ab 1914 genau 77 Exemplare gebaut und bei der Deutschen Reichsbahn als Baureihe 17.11–12 eingeordnet. Die Loks waren – wie ihre Vorgänger „Bauart 1911“ – für den Einsatz als Schnellzugloks für die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung (K.P.E.V) gebaut worden.
Eine Lokomotive erreichte 1914 bei einer Versuchsfahrt mit drei Wagen 152 km/h, 120 km/h war das definierte Ziel für einen Zug von 450 t in der Ebene.
Die letzte der Loks wurde 1964 ausgemustert und leider ist heute keine dieser Bauart mehr erhalten.

Das s/w Foto zeigt die „Schwesterlok 17 1133 in eine Aufnahme von 1933. Dafür konnte ich zwei Zeichnungen von 1917 finden, die wohl aus dem Prospekt zur Lok stammen. Sie zeigen einmal eine Außenansicht und mehrere Schnitte durch die Lok.
Märklin hat zwar auch BR 17 im Programm (bzw. gehabt, zuletzt 2009 ArtikelNr. 37193), aber nicht aus der Bauart 1914, die gibt/gab es nur (in mehreren Varianten) von Roco und Fleischmann.

191 099-1

Die 191 099-1 macht Station in Wolfistadt.

Das analog Modell wurde von Märklin unter der ArtikelNr. 3329 zwischen 1986 und 1989 gebaut.

Seine Vorlage wurde als „bayrische E 91“ im Jahr 1929 gebaut und mit der Nummer E 91 99 in Betrieb genommen (sh. E 91 96 auf s/w Foto von 1932). 1968-1975 trug sie die Nummer 191 099-1, die auch das Modell zeigt (siehe 3. Foto von 1977).

1975 wurde sie als letzte der 34 Baureihenschwestern ausgemustert
und ging an das DB Museum Nürnberg. Nach Reparatur mit Ersatzteilen der 191 100 fuhr sie einige Museumsfahrten, musste aber bald wegen Lagerschaden wieder abgestellt werden. Aktuell steht sie im Aussenbereich des DB Museums in Nürnberg (sh. 4. und 5. Foto).

Das Modell kostete damals schon 378 DM (1986 !). Das jüngste Märklin Modell der Baureihe E 91 (37294) liegt bei ca. 400 € (MHI Modell von 2015; Digital mit Sound).

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »