Die „Krönung der deutschen Dampflokomotiventechnik“, die BR 05 003, steht am Bahnhof von Wolfistadt.

Dargestellt in der Fassung, in der sie im Fernschnellzugdienst zwischen Hamburg und Köln fast 800000 km zurücklegte, nämlich ohne Stromlinienverkleidung und mit dem Führerhaus hinten. Aber „first things first“.
Um gegen die aufkeimende Konkurrenz des Flugverkehrs im den 1930ern zu bestehen setzte die deutsche Reichsbahn mit der Eisenbahnindustrie nochmal alles daran, schnellere Dampflokomotiven zum Einsatz zu bringen. Die Firma Borsig lieferte 2 Lokomotiven der Baureihe 05, die mit einem Dreizylindertriebwerk, 2,30 Meter hohen Treibrädern und Stromlinienverkleidung auf den Fernstrecken 175 km/h als Reisegeschwindigkeit erreichen sollten.

Bei Testfahrten mit Passagieren wurden sogar knapp über 200 km/h erreicht.
Die beiden Lokomotiven nahmen 1937 erfolgreich ihren Dienst bei der Reichsbahn auf.
Mit einer dritten Maschine wollte man weitere Neuerungen austesten. Zum Beispiel sollte das Führerhaus nach vorne zeigen, um den Lokführeren bei den hohen Geschwindigkeiten bessere Voraussicht zu gewähren, so fuhr die 05 003 quasi rückwärts (sh. 1. s/w Foto). Der Tender mit dem Brennstoff (Steinkohlestaub) war aber weiterhin zwischen Lok und Reisewagen positioniert. Der Steinkohlestaub sollte per Luftdruck automatisch zum nun mehr als 14m entfernten Brenner transportiert und dosiert eingeblasen werden. Die Dosierung machte aber massive Probleme, die Lok legte in fast 6 Jahren Testbetrieb nur knapp 500 km zurück.

1944 wurde sie umgebaut, die Stromlinienverkleidung kam weg. Der Brenner wurde auf Steinkohle umgestellt. Und sie fuhr wieder „richtigrum“ (sh. 2. s/w Foto).
Erhalten ist heute die Schwesterlok 05 001, die ihre Stromlinienverkleidung nach der Ausmusterung 1958 durch die DB wieder erhalten hat und im Museum der DB in Nürnberg zu sehen ist (siehe letztes Bild).
Auf YouTube gibt es einen schönen Kurzfilm über die Baureihe 05

Das Modell von Märklin stammt aus dem Jahr 2007 (Art.Nr. 39050) und ist bereits mit einem mfx digital Decoder mit SoundFunktionen ausgestattet. Läuft aber auch ganz problemlos auf meiner analogen Umgebung 🙂