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Schlagwort: Märklin (Seite 2 von 8)

58 311

Heute stand eine der beiden Karlsruher 100jährigen am Bahnhof … nein, nicht von Wolfistadt, sondern … von Karlsruhe: die 58 311 im Original und unter Dampf.

Sie stammt aus der badischen Linie der preußischen G 12, die später unter der Reichsbahn Baureihe 58 geführt wurden.
Sie wurde 1921 gebaut und bei der Badischen Staatsbahn in Betrieb genommen unter der Bezeichnung Baden 1125. Kurze Zeit später wurde sie unter der Reichsbahn zur 58 311.

Nach dem Krieg und einigen Irrwegen durch Polen und den Osten Deutschlands kam sie 1960 nach Karl-Marx-Stadt/Hilbertsdorf und schließlich unter der Betriebsnummer 58 1111-2 ins BW Aue, wo sie als Güterlok weiter ihren Dienst versah bis 1977.
Im selben Jahr noch wurde sie nach Westdeutschland überführt und befand sich 7 Jahr im Besitz des DB Museums Neuenmarkt. 1984 wurde sie als „nicht betriebsfähiges Ausstellungsstück“ zu den Ulmer Eisenbahnfreunden (UEF) überstellt.
Diese bereiteten sie wieder betriebsfähig auf und seit 2006 fährt sie für die UEF Sektion „Dampfnostalgie Karlsruhe“ und andere Vereine Sonderfahrten.
So auch heute ab Karlsruhe unter dem Motto „Mit Dampf Rund um die Fächerstadt 2021 – mit unserer Karlsruher Hundertjährigen“.
Die Fahrt ging von Karlsruhe über Ettlingen Stadt , Busenbach, Reichenbach, Langensteinbach, Spielberg bis Ittersbach und wieder zurück.
Die Firma Roco hat die 58 311 unter der Artikelnummer 43204 als H0-Modell „Museumsedition UEF“ 1995-2001 aufgelegt.

Alle Bilder hier sind von mir, außer das s/w Bild, das stammt von Albert Gieseler (58 311 im Bw Chemnitz Hilbersdorf; Aufnahmedatum 1967-07-25 Quelle Fotograf: Albert Gieseler), dessen riesiges Bildarchiv für mich schon oft hilfreich war: http://www.albert-gieseler.de/…/gallerydet4916.shtml

62 002

Eine sehr schöne Tenderlokomotive ist heute in Wolfistadt:
die 62 002 als Modell der Firma Liliput (ArtNr L106201) aus dem Jahr 1996.

Die Vorlage wurde 1928 von der Firma Henschel gebaut (wie auch ihre 14 Schwestern) und versah ihren Dienst bei der Reichsbahn und später dann bei der Deutschen Bahn im Personenverkehr zwischen Düsseldorf und Wuppertal (sh. s/w Foto).

1956 wurde sie ausgemustert und nach einem kurzen Einsatz als Heizlok 1958 verschrottet, wie auch alle ihre Schwestern in Westdeutschland.
Einige waren aber nach dem Krieg in Ostdeutschland stationiert und eine davon, die 62 015, wurde zwar 1973 als letzte ausgemustert, aber sie wurde als „Traditionslok“ dem VM Desden übergeben und dort erhalten. Nach der Wiedervereinigung kam sie ans DB Museum in Nürnberg, steht aber als Leihgabe bei der IG Bw Dresden-Altstadt.

Diese eine Lok gefiel dem Regisseur von „007 – Octopussy“ wohl so sehr, daß er ihr in diesem Film eine Statistenrolle einräumte. Sie war die Lok vor dem Zirkuszug, in dem die Atombombe über die Grenze aus der DDR in die BRD gebracht wurde (siehe die letzten beiden Bilder) .

Aber die Szenen wurden letztendlich in England gedreht und, da wohl der Transport der Lok dahin zu teuer geworden wäre, wurde eine andere Lok als 62 015 „verkleidet“.
Der Fachmann sieht das natürlich sofort 😉

54 1556

Eine Baureihe „Bayerische G 3/4 H“ dargestellt in ihrer Zeit bei der Deutschen Bundesbahn als BR 54 1556 ist heute zu Besuch am Bahnhof Wolfistadt.

Das Original wurde zwischen 1919 und 1923 mit 225 Exemplaren für die Bayrische Staatsbahn (Betriebsnummern 7001 – 7225) gebaut und dort als auch bei der Deutschen Reichsbahn (Betriebsnummern 54 1501 – 54 1725) im leichten Güterverkehr eingesetzt (siehe s/w Foto der 54 1556).

Die letzte Lokomotive dieser Baureihe wurde 1966 ausgemustert.
Es ist keine dieser Loks mehr komplett erhalten, aber bei Bauarbeiten am Bahnhof Treuchtlingen wurden Lokomotivteile gefunden, die sich als Überreste der 54 1695 herausstellten. Diese Lok war bei einem Luftangriff 1954 zerstört worden und die gefundenen Überreste wohl in einem Bombentrichter verschüttet.

Diese Überreste sind heute im Bayrischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen zu sehen.
Das Modell in Wolfistadt stammt von Trix (also mal wieder Gleichstrom) und stammt aus der Zeit zwischen 1973 und 1985 (Art.Nr. 52242500 oder 2425). Es ist für die damalige Zeit schon recht schön detailliert, sieht aber durch die Ausführung der roten Kunsstoffteile doch noch sehr nach „Spielzeug“ aus.

13 1189

Eine preußische S6 / Baureihe 13 10-12 aus ihrer Zeit bei der Deutschen Reichsbahn war heute in Wolfistadt zu sehen.

Zu ihrer Zeit (vor dem ersten Weltkrieg) war sie die leistungsfähigste und effizienteste Schnellzuglok im Personenverkehr und sie war die letzte deutsche Baureihe mit „nur“ zwei Antriebsachsen („zweifach gekuppelt“).

Zwischen 1906 und 1913 wurden 584 Exemplare gebaut und in Betrieb genommen (sh. Postkarte von 1909). Nach dem ersten Weltkrieg wurden einige Maschinen als Kriegsreparationsleistung unter anderem an Polen gegeben, die polnischen Loks kamen 1939 wieder zurück zur Reichsbahn unter dem Nummernkreis 13 501 bis 13 556 (siehe 2. s/w Bild).

1923 wurden 286 Exemplare von den Länderbahnen in die Reichsbahn übernommen mit dem Betriebsnummerkreis 13 1001 bis 13 1286.
Bis 1931 wurden alle S6 der DR ausgemustert und verschrottet.

Eine S 6 (13 1247) wurde vom Technikum Kolejowe in Warschau „gerettet“ und ist heute in Skierniewice zu besichtigen (sh. letzte beiden Bilder in Farbe)
Das sehr schön detaillierte Modell in Wolfistadt ist von Fleischmann (Art.Nr. 4113) und stammt aus dem Jahr 2000.

319 Murnau

Eine sehr schöne und sehr alte Lok ist heute als Modell am Bahnhof Wolfistadt: Die „319 Murnau“ der Königlich Bayrischen Staatsbahnen, eine Lokomotive der Baureihe „Bayrische B VI“, später als BR 34.74 eingeordnet.

Diese Baureihe wurde zwischen 1863–1871 mit 107 Exemplaren von der Firma Maffei gebaut. Die letzten beiden gingen 1923 von der K.Bay.Sts.B. an die Reichsbahn und erhielten dort die Betriebsnummern 34 7461 und 7462. Sie wurden jedoch noch im gleichen Jahr ausgemustert und verschrottet. Es gibt keine erhaltenen Exemplare dieser Baureihe.

Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München steht ein größeres Modell der „418 HANS SACHS“.
Das Modell von Märklin (Art.Nr. 3797 von 1994) zeigt die Lokomotive „319 Murnau“ in einem schmucken „Museumslokomotive“-Zustand, den sie wahrscheinlich nie hatte. Das s/w Bild von ca. 1900 legt nahe, daß die Lokomotive eher in schlichtem Kleid im Einsatz war.

Eine Maschine dieser Baureihe, die „316 Tristan“ getaufte Lokomotive, führte den Hofzug Ludwigs II., wenn seine Majestät auf Reisen ging.
Die Nr. 348, ebenfalls aus dieser Baureihe, hies wohl „Mannheim“, das konnte ich aber bislang nicht über zweite Quelle verifizieren.

71

Mal wieder Besuch aus Österreich am Bahnhof Wolfistadt: Der Dampftriebwagen DT1.05 der BBÖ.

Hier dargestellt mit einem Modell von Roco (Art. 63306 von 1990) in der Zeit unter der Deutschen Reichsbahn mit deren Betriebsnummer 71 505 (sh. s/w Foto).

„DT“ für Dampftriebwagen. Waren aber eigentlich eine Tenderlokomotiven. Nur wegen des hinter dem Lokführerstand integrierten Gepäckabteils wurden sie als Dampftriebwagen geführt.
Zwischen 1935 und 1938 wurden 20 Exemplare für den Einsatz im Schnellzugverkehr gebaut. Sie fuhren aber hauptsächlich im Vorortverkehr der großen Städte und auf Nebenbahnen in Österreich, was ihnen den Spitznamen „Dorftrottel“ einbrachte (auch DT).

52 1911

Passend zur 52 3321 von gestern habe ich heute noch ein Schätzchen in Wolfistadt: die 52 1911, eine Variante der Baureihe 52 mit Kondenstender.

Das eindrucksvoll detailierte Modell stammt von Märklin aus dem Jahr 1997 (Art.Nr. 34171; in Delta Digital).

Die Lokomotiven der Baureihe 52 mit den Nummern 52 1850 bis 52 2027 wurden mit Kondenstendern geliefert (sh. BR 52 2026 auf den ersten beiden s/w Bildern; modellbahn-seyfried.de), von denen aber heute in Deutschland keine mehr vorhanden ist.

Die letzten Exemplare waren wohl – wie so viele ausgemusterte Dampfloks – im Heizdienst eingesetzt, wie auf den letzten beiden s/w Bildern auf dem Bahnhof in Rosenheim (BR 52 1895 und 52 1893 ?; bundesbahnzeit.de).
Der Kondenstender war dafür gedacht, den Dampf aus den Kolben wieder abzukühlen, dabei das Kesselspeisewasser vorzuwärmen und schliesslich das zurückgewonnene Wasser erneut dem Kessel zuzuführen. Bei den späten Implementierungen dieser Technik, wie bei der Baureihe 52, konnte so der Wasserverbrauch um 90-95 % reduziert werden, was eine erheblichen Zuwachs an Reichweite bedeutete.

Im Dampflokmuseum in Neuenmarkt kann man noch einen Kondenstender (von der 52 1972) in der Ausstellung sehen (sh. letztes Bild). Dieser wurde aber bereits 1961 umgebaut zum Messwagen für die Prüfung stationärer Dampferzeuger.

52 3321

Eine sogenannte „Kriegslokomotive“ war heute im Bahnhof von Wolfistadt, die Baureihe 52 3321 mit dem typischen Wannentender.

Kriegslokomotive, weil sie speziell in den letzten Kriegsjahren 1940 bis 1945 designed und gebaut wurde mit der Vorgabe, Kosten und Material zu sparen gegenüber den bis dahin gängigen Einheitslokomotiven.
Ab 1942 bis Kriegsende wurden über 7000 Exemplare gebaut und selbst nach dem Krieg wurden aus schon vorgefertigten Teilen weitere 300 gebaut und in Betrieb genommen.
In vielen Teilen Europas, vor allem auch den vor Kriegsende von den Deutschen besetzten Staaten, haben diese Loks stark zum Wiederaufbau beitragen können.
Die 52 3321 wurde erst nach Kriegsende in der französisch besetzten Zone fertiggestellt und an die D.O.C.F (Détachement d’Occupation des Chemins de Fer Français) in Speyer überstellt.
1947 ging sie an die SEB (Saarländischen Eisenbahnen) und erst 1957, nach dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik Deutschland, ging sie an die Deutsche Bahn.
Bereits 1958 wurde sie von der DB abgestellt, 1959 ausgemustert und 1960 an Unbekannt verkauft.
Eine ihrer Schwestern – die 52 2751 – hat ein rühmlicheres Ende erfahren. Sie wurde von dem Künstler Wolf Vostell unter dem Titel „La Tortuga“ 1987 im Rahmen der Ausstellung „Mythos Berlin“ in Berlin ausgestellt und im Verlauf der Ausstellung auf den Kopf gestellt. Seit 1991 befindet sich die Lok in dieser Stellung vor dem Theater Marl (sh. 3. Bild).

Das Modell von Märklin stammt aus der Zugpackung „Dampfschneeschleuder“ (Art.Nr. 28830) von 1999 und hat einen Delta Digitaldecoder. Die dazu gehörige Henschel Dampfschneeschleuder stelle ich Euch in einem anderen Post noch vor.

50.1805

Da hat sich doch tatsächlich eine Lokomotive der ÖBB nach Wolfistadt verirrt, die BR 50.1805 von Märklin (ArtikelNr. 3319 in der Fassung von 1992).

Das Vorbild des Models wurde 1942 gebaut und ging nach dem Krieg an die Österreichischen Staatseisenbahnen die 1947 zu den Österreichische Bundesbahnen wurden (sh. s/w Fotos aus 1971/1972).

1972 wurde sie in Linz „kassiert“, was wohl heißen soll, daß mit ihr Kasse gemacht wurde. Sie wurde verkauft an die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft mbH (GKB), die die Lok als Ersatzteilspender für zwei andere dort im Einsatz befindliche Loks ausschlachtete.

Die Baureihe 50 schaffte es 1975 auf eine Jugendmarke der Deutschen Bundespost – sinnigerweise auf die 50 Pfennig Briefmarke 😉

57 3088

Heute mal ein Bild „aus längst vergangenen Zeiten“ von der 57 3088 am Bahnhof von Wolfistadt.

Von dieser Baureihe wurden zwischen 1910–1925 alleine in Deutschland 2677 Exemplare für den schweren Güterverkehr in Betrieb genommen. Weitere 350 gingen in die Türkei, nach Rumänien, Polen und Litauen.
Die 57 3088 ging 1922 als „6011 Halle“ in Betrieb und erhielt 1925 ihre 57er Nummer von der Reichsbahn. 1945 fiel sie an die Oberbetriebsleitung der US Zone und wurde 1949 an die Deutsche Bahn übergeben (das zweite Foto ist aus dieser Zeit).

1970 wurde sie ausgemustert und 1974 als Denkmallokomotive in Haltingen aufgestellt (siehe drittes Foto), 1983 auf der Landesgartenschau Lörrach ausgestellt und da hatte dann wohl jemand die Idee, daß die Lok wieder fahren solle. So wurde sie 1985 wieder aufgearbeitet und „rollfähig“ gemacht.
Nach ein paar weiteren Stationen kam sie 2001 in den Ringlokschuppen des SEM (Südwestfälisches Eisenbahnmuseum; IG Historischer Lokschuppen Siegen e.V.), wo sie bis 2019 noch zu sehen war und immer wieder mal angefeuert wurde (siehe letztes Foto).

Da die Bahn dem Verein den Mietvertrag 2020 endgültig gekündigt hat, sind heute dort keine Besuche mehr möglich. Über den Verbleib der Lok 57 3088 gibt es gerade keine aktuellen Infos, da sie aber dem DB Museum selbst gehört, kann es sein, daß sie da noch still und alleine steht, oder aber an einen anderen Standort des DB Museums überführt wurde.

Das schlichte, aber schön detaillierte Modell in Wolfistadt stammt von der Firma Roco (ArtikelNr. 43220 aus dem Jahr 1984).

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